BRH-Lexikon


Fachbegriffe rund um die (Rettungs)-Hundeausbildung, Einsatz und Verband kurz erklärt ...
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A

Activity Click

Beim Activity Click wird jede Aktion des Hundes mit einem Click bestätigt. Mit dieser Übung weckt man beim Hund Kreativität und Spaß am Tun selbst.

Als Einstieg zum freien Formen gedacht, bei Hunden, die bisher nur reagieren und nicht agieren.

Es geht hierbei nicht um zielgerichtetes Formen eines Verhaltens.


Activity Level

Begriff für den Ausprägungsgrad des äußerlich beobachtbaren Verhaltens des Hundes, beeinflusst durch das angeborene Temperament und seinen momentanen Erregungszustand.

Zwischen zunehmendem Activity Level und der Leistungsfähigkeit des Hundes besteht ein proportionaler Zusammenhang.

Da der jeweilige Erregungszustand des Hundes von seiner emotionalen Beteiligung an Reizen bestimmt wird, sollte in der Ausbildung besonders auf das Verhalten des Hundes auf bewusst gesetzte Reize geachtet werden (anreizen, Motivationsobjekt)

d.h. man sollte immer versuchen, den optimalen Erregungszustand zu erreichen, damit ein Arbeiten mit höchstmöglicher Konzentration zustande kommt.

Bei Hunden mit zu niedrigem AL:

motivationssteigernde Reize setzen (besseres Futter, zuschauen lassen beim Arbeiten anderer Hunde, Startrituale,...)

Bei Hunden mit zu hohem AL:

Hund nicht zuschauen lassen, wenn möglich ohne optische Reize arbeiten, Hundeführer ruhig und konsequent

 

 


angereizte Anzeige

auch gezogene Anzeige oder Poweranzeige, die angereizte Anzeige auf Distanz wird in manchen Staffeln auch Eule genannt.

Der vom Helfer durch ein Anreizen (Motivationsobjekt zeigen, davonrennen) motivierte Hund läuft zu diesem und macht dort eine Anzeige.

Kann durchaus zielführend sein, da der Hund durch die Reizlage entsprechend motiviert ist und dadurch auch besser ins Bellen kommt, birgt aber auch Gefahren:

Reizüberflutung, d.h. das Anreizen ist für den Hund zu heftig, er reagiert mit Beschwichtigungsgesten und/oder Übersprungshandlungen darauf, um den Stress abzubauen.

Ob eine Verknüpfung des Hör-/Sichtzeichens (such und hilf), das dabei oft gegeben wird, eintritt, ist fraglich (Überschattung).

Insbesondere besteht die Gefahr, dass die Hunde das Starten, das Startsignal oder/und das Bellen beim Helfer mit dem Anreiz assoziieren.

Sinnvoll eingesetzt kann durch diese Übung der Distanzaufbau zum Hundeführer, die Schnelligkeit des Ankommens beim Helfer und das schnelle Auslösen des Bellens gefördert werden.


anreizen

Der Helfer setzt einen olfaktorischen, visuellen, akustischen Reiz, um den Hund zu motivieren. D.h. er zeigt ihm Spielzeug, Futter, rennt weg, bewegt sich und / oder ruft.

Ansatz

Vor jeder Suche erfolgt der Ansatz des Hundes: Am gewählten Startpunkt wird der Hund nach einem Startritual zur Suche "angesetzt"

anspielen

Eine (vertraute) Person beginnt mit dem Hund zu spielen und bringt ihn in Spiellaune. 

Im weiteren Verlauf  akzeptiert der Hund dann auch andere/fremde Personen als Spielpartner  und spielt mit diesen dann weiter.


antäuschen

Der Hund wird ins Suchgebiet gebracht, ein Helfer nimmt Kontakt zu ihm auf und zeigt ihm das Motivationsobjekt. Dann wird der Hund weggebracht, der Helfer verläßt das Suchgebiet. Der Hund wird wieder in Suchgebiet geführt und zur Suche geschickt.

ODER:

Der Hund wird noch vor dem Suchgebiet durch eine in Richtung Suchgebiet wegrennende Person angereizt. Diese Person verbirgt sich dann in einer Gruppe oder kehrt unbemerkt im Bogen zurück. Dann wird der Hund ins Suchgebiet gebracht und zur Suche geschickt.


Anzeige

Mitteilung des Hundes an seinen Hundeführer, dass er eine Person gefunden hat. Es gibt verschiedene Anzeigearten: Bellen, Bringseln, Freiverweisen.

Assoziation

Assoziation (lat. associare; dt. vereinigen, verbinden, verknüpfen, vernetzen). Zwei Ereignisse, die gleichzeitig bzw. in sehr kurzem zeitlichen Abstand voneinander geschehen, werden miteinander in Verbindung gebracht. Eine Assoziation erfolgt nur dann, wenn die Ereignisse innerhalb eines Zeitfensters von 0,5 – 2,0 Sek. stattfinden (Assoziationszeit)

Bsp.: Nach einem Pfiff folgt unmittelbar die gefüllte Futterschüssel für den Hund. Physiologisch hängt die Assoziation mit der Bildung von Verknüpfungen im Gehirn zusammen. Wenn zwei bestimmte Reize mehrmals  (nahezu) gleichzeitig auftreten (siehe auch: Kontiguität ; Kontingenz, Klassische Konditionierung) und dies für den Hund von Bedeutung ist - sei es, dass der erste Reiz eine zuverlässige Voraussage für den zweiten Reiz gibt, oder der erste Reiz eine nachfolgende Konsequenz auslöst, die den Hund direkt emotional  beeinflusst - verstärken sich die Verbindungen zwischen den Nervenzellen, die mit der Verarbeitung dieser Reize beschäftgt sind (z.B. bilden sich neue Synapsen). Diese Verstärkung kann einerseits nur stattfinden, wenn die Nervenzellen gleichzeitig erregt sind (da es sich aber nie nur um eine, sondern um Gruppen von Tausenden von Nervenzellen handelt, kommt es zu einem Zeitfenster von ca. 0,5 - 2 Sec s.o.), und führt andererseits dazu, dass die Verbindung der Nervenzellen so stark werden kann, dass die Erregung der einen Gruppe nahezu automatisch auch die Erregung der anderen Gruppe  und z.B. ein bestimmmtes Verhalten auslöst.

Beispiele:

Hundeleine-Spaziergang

Kenndecke-suchen

Schüssel klappern-Futter

Klingeln-Besuch


Assoziationszeit

Zeitfenster, innerhalb dessen die Verknüpfung von Reiz und Reaktion (Verhalten) stattfinden kann.

In der Ausbildung hat man zwischen Reiz und Reaktion nur 0,5-2 Sekunden Zeit, um die korrekte Assoziation zu erreichen.



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